Vogtland-Sportgala: Der Sieger läuft auch mal von Klingenthal nach Plauen zur Arbeit

Bei der Wahl sind Wintersportler ganz weit vorn gelandet. Sieg bei den Frauen und Mannschaften sowie Platz 2 bei den Männern lautete die eindrucksvolle Bilanz. Rund 3500 Menschen hatten abgestimmt.

Bei der Wahl sind Wintersportler ganz weit vorn gelandet. Sieg bei den Frauen und Mannschaften sowie Platz 2 bei den Männern lautete die eindrucksvolle Bilanz. Rund 3500 Menschen hatten abgestimmt.
Markneukirchen. Für die besten Sportler des Vogtlandes ist am Samstagabend in Markneukirchen im wahrsten Sinne des Wortes der rote Teppich ausgerollt worden. Über diesen gingen erstmals auch die rund 600 Gäste, die der Sternquell Sportgala Vogtland in der Musikhalle beiwohnen wollten. Die Veranstaltung präsentierte sich sportlich: In drei Stunden wurden die Sieger gekürt, Ehrenamtliche gewürdigt und Nachwuchssportler ausgezeichnet. Als Überraschungsgäste hatte das Organisatorenteam um Volkhardt Kramer Rodel-Doppel-Olympiasiegerin Julia Taubitz und Skisprung-Legende Jens Weißflog eingeladen. 

Extremsportler beliebt
Erstaunlich: Gleich zwei Extremsportler hatten es auf das Siegerpodest geschafft. Der Klingenthaler Leichtathlet Thomas Ungethüm - er startet für den VfB Lengenfeld - siegte bei den Männern. „Ich bin völlig überwältigt, das ist definitiv eine Überraschung. Damit hätte ich nie gerechnet“, so der 48-jährige Ultraläufer, der noch am Vormittag beim Göltzschtalmarathon in Lengenfeld über die Halbdistanz gestartet war. Der Mitarbeiter des Landratsamtes, der als Training auch schon mal von Klingenthal nach Plauen zur Arbeit läuft, bewältigt derzeit läuferische Herausforderungen wie kaum ein anderer.

„Immer weitermachen“
So gewann er den 164 Kilometer langen Zugspitz-Ultratrail, wobei 8300 Höhenmeter zu überwinden waren. Sein Erfolgsrezept: „Immer weitermachen und sich auf seinen Körper verlassen - denn der nächste Anstieg kommt bestimmt.“ Die nächsten Herausforderungen auch, so zum Beispiel die Berglauf-WM im Juni in Tschechien. Der zweitplatzierte Skilangläufer Janik Weidlich (VSC Klingenthal) und der drittplatzierte Gewichtheber Raphael Friedrich (TSG Rodewisch) waren nicht vor Ort. Auf Platz 3 bei den Frauen landete Ultra-Wander-Weltmeisterin Christin Ziehr. Die Plauenerin nutzte die große Bühne, um einen neuen Nonstop-Rekordversuch anzukündigen. „Ich will 400 Kilometer überbieten und dabei ein Herz in die Landkarte laufen.“ Dabei soll es im Juni von Plauen aus durch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gehen. Ziehrs bisherige Bestmarke liegt bei 363 Kilometern aus einer Tour von Berlin nach Plauen.

Siegerin sagt kurzfristig ab 
Die zweitplatzierte Eisschnellläuferin und Olympiateilnehmerin Lea Sophie Scholz vom TSV Vorwärts Mylau wurde von einer vogtländischen Legende ihrer Sportart geehrt. Ute Zillmann, vor genau 50 Jahren ebenfalls bei Olympia am Start, freute sich sichtlich über den zweiten Platz ihrer jungen Vereinskameradin. Die Siegerin bei den Frauen konnte sie aber nicht ehren. Denn die Nordisch-Kombinierte Jenny Nowak vom Bundesstützpunkt Klingenthal hatte laut Anja Koebel - sie moderierte die Veranstaltung zusammen mit ihrem MDR-Kollegen Ingo Hahne - eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Ronja Loh nahm ihren Preis entgegen. 
Auch bei den Teams zeigte sich am Samstagabend die große Bandbreite des vogtländischen Sports. Platz 3 ging an die Devils-Dynamite-Cheerleader von Cheermania Auerbach, Rang 2 an die 1. Bürgerliche Schützengilde zu Oelsnitz. Zur besonderen Freude von Idol Jens Weißflog siegten die drei Skispringerinnen Julina Kreibich, Kim Amy Duschek und Lia Böhme vom Bundesstützpunkt Klingenthal. Sie hatten bei der Junioren-WM zusammen mit Anna-Fay Scharfenberg aus Zella-Mehlis den Titel geholt. „Ich war die ganze Zeit so aufgeregt“, gestand Lia Böhme im Anschluss. „Und wir hätten nie und nimmer damit gerechnet, dass wir hier gewinnen“, ergänzte Julina Kreibich. Gewinnen wollen die Drei auch weiter: „Mal bei der richtigen WM. Oder sogar bei Olympia...“ 

An der Sportlerumfrage für das Jahr 2025 hatten sich knapp 3500 Vogtländerinnen und Vogtländer beteiligt. Das Endergebnis setzt sich zu 60 Prozent aus der Onlineabstimmung und 40 Prozent aus dem Urteil der Fachjury zusammen.

Text: © Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG (Thomas Gräf)
Foto: Oliver Orgs

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