Das Studium hat Vorrang

Michaela Ebert stellt ihr Rennrad als Deutsche Meisterin vorerst in die Ecke


Die Plauenerin Michaela Ebert gilt als großes Talent im Radrennsport und bewies 2019, dass ihr gerade die Bahnstrecken liegen. So holte die 22-Jährige bei der U-23-Europameisterschaft Bronze in der Mannschaftsverfolgung. Die Krönung eines starken Sportjahres war im August die Deutsche Meisterschaft in Berlin, als sie im Zweiermannschaftsfahren Platz 2 einfuhr und im Scratch Gold holte. Der erste Titel einer Deutschen Meisterin war für Michaela Ebert zugleich ein schöner Abschluss, denn die Studentin stellt ihr Rennrad nun erst einmal in die Ecke. „Mir ist das Sportjournalismus-Studium derzeit wichtiger. Da liegt jetzt die volle Konzentration drauf“, erzählt sie. Sie studiert im vierten Semester in Köln und fand den Zeitpunkt des Abtretens passend. „Ich denke mit einem Titel als Deutsche Meisterin kann man auch einmal kürze treten. Die beste Zeit für Rennradfahrer ist in der Mitte der Zwanziger. Bis dahin ist noch etwas Zeit, und das Studium könnte bis dahin auch geschafft sein.“
Abrupt mit dem Leistungssport aufzuhören, ist allerdings nicht so leicht und geht auf den Körper. „Ich muss definitiv abtrainieren, aber dabei helfen mir auch die Praxiseinheiten im Studium. Spezifisches Training wird es erst einmal nicht mehr geben“, erklärt die 22-Jährige. Das Studium ist allerdings nicht der einzige Grund, das Rad erst einmal in die Ecke zu stellen. Michaela Ebert fühlte sich allein gelassen, was bei ihrer Entscheidung eine wichtige Rolle spielte. Unterstützung von Verbänden oder Förderungen bekam sie nicht, so blieb sie immer wieder auf Reise- und anderen Unkosten sitzen.

Quelle: Freie Presse

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