Sport ist heute Freude und nicht Pflicht

MYLAU - Die Bilder aus Sotschi haben sich bei Denise Roth tief ins Gedächtnis eingebrannt. Auch mehr als sieben Jahre nach ihrer Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Russland kann sich die heute 32-Jährige an viele Details aus diesen Tagen erinnern. „Das hat sich eingeprägt im Kopf. Ich schaue auch gern mal Fotos und Videos an. Zu Hause habe ich mir ein Poster von den Spielen mit den Unterschriften von Teamkameraden eingerahmt, und in einer Vitrine steht das eine oder andere Erinnerungsstück“, erzählt die ehemalige Eisschnellläuferin. Zu Hause, das ist für die Mylauerin seit einigen Jahren die Landeshauptstadt Dresden. Nachdem der Sport sie zunächst nach Chemnitz und später nach Berlin führte, hat Denise Roth dort ihren Lebensmittelpunkt gefunden.

Wenn sie an die Olympischen Winterspiele und ihre Karriere auf den langen Kufen zurückdenkt, hat die fünfmalige Vogtlandsportlerin des Jahres das Gefühl, als wäre alles gestern gewesen: „Wo ist die Zeit nur hin? Neben Olympia habe ich auch die Sprint-Weltmeisterschaft 2014 in Nagano noch genau im Kopf und meinen ersten Weltcup-Start in Erfurt. Die Nervosität damals am Start hat sich total eingebrannt.“ Trotz der tollen Erinnerungen beschloss Denise Roth 2016, die Schlittschuhe an den berühmten Nagel zu hängen. Nach verletzungs- und krankheitsbedingten Rückschlägen wollte sie ihrem Körper nicht mehr den Mehraufwand zumuten, der nötig gewesen wäre, um weiter auf so hohem Niveau im Eisschnelllaufzirkus dabei zu sein. „Wenn dein Körper dir Signale setzt, solltest du darauf hören. Für mich war 2016 einfach der richtige Zeitpunkt. Ich habe danach nie gedacht, ich würde gern noch einmal Wettkämpfe laufen“, erzählt die 32-Jährige. Sport ist für sie heute Freude und nicht mehr Pflicht.

Den Perspektivwechsel nutzt die Mylauerin, um einfach das zu machen, was ihr Spaß macht. Radfahren, was als Eisschnellläuferin gerade im Sommer häufig auf dem Trainingsplan stand, macht sie nur noch, um von A nach B zu kommen. Lieber geht sie mal laufen oder zum Volleyball. Sie hat sich in Dresden in einem Verein angemeldet und genießt es gerade im Sommer, draußen Beachvolleyball zu spielen. Ihrer Zeit als Leistungssportlerin ist Denise Roth vor allem bei einem Aspekt sehr dankbar – sie hat ihr den beruflichen Weg geebnet. Dank ihrer Leistungen schaffte es die Vogtländern nach der Schule in die Sportförderung der Bundespolizei und absolvierte parallel zu Training und Wettkampf ihre Ausbildung. 2016 setzte sie ein Studium für den gehobenen Polizeivollzugsdienst drauf und ist mittlerweile am Flughafen Dresden im Einsatz. „Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich, und ich kann mich in Zukunft noch auf verschiedene Weise weiterentwickeln. Zudem ist Dresden nicht so weit weg von Mylau“, sagt Denise Roth. Wenn es der Schichtplan zulässt, nutzt die 32-Jährige immer wieder die Gelegenheit, aufs Eis zu gehen. Auf den langen Kufen fühlt sie sich nach wie vor wohl, und auch die Technik passt: „Aber ich bin nicht mehr ganz so fit wie früher. Da wird eine 400-Meter-Runde lang.“

Quelle: Freie Presse

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