Eine Top-Boxerin mit Model-Potenzial

LEUBNITZ - „Ach, du bist die Boxerin? Ich dachte, hier steht ein Model!“ Moderatorin Ulrike von der Groeben staunte beim ersten Auftritt Gina Sprangers bei der Vogtland Sportgala nicht schlecht. Und tatsächlich macht die hübsche Leubnitzerin im Abendkleid eine ebenso gute Figur wie im Boxring.

Erst seit 2016 ist die Studentin – sie hat schon ein Studium in der Richtung Sozialpädagogik und Management abgeschlossen – als Boxerin aktiv, wobei sie aufgrund einer Verletzung fast ein Jahr aussetzen musste. Seit sechs Jahren trainiert sie beim Boxteam Oelsnitz, übt aber seit vorigem Jahr hauptsächlich in Frankfurt an der Oder.

Ihr Oelsnitzer Heimtrainer Frank Süß hält große Stücke auf sie: „Gina ist eine Kämpferin vor dem Herrn. Sie ist unheimlich fleißig und richtig verrückt aufs Boxen“, charakterisiert der erfahrene Übungsleiter. „Sie boxt sehr aggressiv, greift immer wieder an. Ihre enorme Schlagkraft ist dabei ihre größte Stärke. Gina ist eben ein echter Kämpfertyp. Es wäre schön, wenn sie für ihren Einsatz auch einmal mit einem Titel oder dem Start bei einem großen Event belohnt werden würde.“

Wenn Gina Spranger in den Ring steigt, dann haben die Gegnerinnen meist nur wenig Chancen, den Fight zu gewinnen. Dreimal Silber und dreimal Bronze bei Deutschen Meisterschaften errang die 22-jährige Tochter des früheren Fußballprofis Arnd Spranger, die aktuell in ihrer Klasse die deutsche Rangliste anführt.

Einen bedeutenden internationalen Auftritt vermasselte ihr das dilettantische Verhalten des Boxverbandes, der einst die Meldefrist für ihren geplanten Start bei der Weltmeisterschaft in Indien versäumt hatte. Von einer derartigen Chance träumt die junge Frau immer noch. Und arbeitet akribisch darauf hin.

Voriges Jahr durfte die Vogtländerin beim Colonia Boxing Worldcup in Köln antreten, wobei sie erstmals das Nationaltrikot überstreifte. Allerdings verlor sie diesen ersten Kampf gegen die Favoritin Marianna Basanets aus der Ukraine. Bei ihrem zweiten Auftritt bei diesem Wettbewerb scheiterte sie im März dieses Jahres im Halbfinale an der brasilianischen Weltmeisterin Beatriz Ferreira und durfte sich immerhin die Bronzemedaille umhängen.

Zudem hatte die Vogtländerin in Chemnitz ein Qualifikationsturnier für die Europameisterschaft gewonnen, an der sie aber wegen einer Coronaerkrankung nicht teilnehmen konnte. Auch einen Vorbereitungslehrgang für potenzielle Olympiateilnehmer mit Blickrichtung Tokio absolvierte die junge Frau, die einst beim Post SV Plauen mit dem Boxen begonnen hatte. Doch Ginas leiser Traum einer Olympiateilnahme wurde ebenfalls von der Erkrankung zerstört.

„Das alles musste ich erst einmal verarbeiten“, sagt Gina Spranger. Nun fängt die schlagstarke Vogtländerin wieder mit dem Training an. „Langsam und Schritt für Schritt und hauptsächlich im Verein in Oelsnitz“, verrät sie. Und: „Mein großes Ziel ist es, bei den Deutschen Meisterschaften im Dezember wieder dabei zu sein und an meine frühere Form anzuknüpfen.“

Quelle: Freie Presse

Offizieller Medienpartner bei der Wahl der Vogtlandsportler der letzten 25 Jahre

Kandidatenvorstellung Gina Spranger im VogtlandRadio