„Die Kunst besteht im Weglassen“

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KLINGENTHAL - „Es wurde mir in die Wiege gelegt.“ Dieser Satz trifft zweifelsohne auf Lisa Dotzauer zu. Vater Uwe Dotzauer war als erfolgreicher Nordisch Kombinierer erster Mannschaftsweltmeister und einziger Klingenthaler Holmenkollensieger. Mutter Antje war wie später die Tochter Langläuferin und Schülerin des Sportgymnasiums in Oberwiesenthal. Die 1997 in Rodewisch geborene Lisa machte schnell auf ihr Talent aufmerksam. Als 13-Jährige wurde sie Fünfte im Deutschen Schülercup. Es folgten Qualifikationen für Deutschen Schülercup, Deutschlandpokal, Deutsche Meisterschaften, später auch für den Continentalcup. Als sie aufgrund ihrer guten Leistungen Vogtlandsportlerin des Jahres 2015 wurde, konnte sie nicht vor Ort sein. Per Videobotschaft sendete sie Grüße vom Cupfinale aus Toblach in die Musikhalle Markneukirchen.

Aufs Treppchen der Sportlerumfrage schaffte sie es in den Folgejahren noch zweimal. Aber vordere Plätze bei internationalen Wettbewerben blieben rar. Mehr oder weniger zum Abschied siegte sie 2018 im Freistilrennen beim 46. Internationalen Kammlauf. Rückblickend sagt Lisa Dotzauer: „Wie heißt es so passend: Die Kunst besteht im Weglassen. Trotz der guten Gene, Disziplin, täglichen Trainings und mehr ist am Ende nicht alles aufgegangen. Da haben viele Faktoren reingespielt. Manchmal wäre ein bisschen weniger vielleicht auch mehr gewesen. Danach ist man aber immer schlauer.“ Und: „Im Skilanglauf liegt die internationale Spitze weit vor der deutschen. In der wiederum herrscht eine Lücke zwischen den Besten und den Nachfolgenden. Die schließen zu können, war für mich irgendwie eine Nummer zu groß.“

Es gibt bei ihr keine Reue in Bezug auf die sportliche Vergangenheit und die Entscheidung, mit dem Leistungssport aufgehört zu haben. „Ich durfte nach acht Jahren intensiven Trainings das Leben ohne Leistungssport kennenlernen. Das war anfangs ziemlich ungewohnt, mittlerweile ist es aber Normalität“, schaut die 23-Jährige zurück.

Mittlerweile studiert sie in Leipzig im sechsten Semester Grundschullehramt mit dem Kernfach Sport. „Die Arbeit mit Kindern macht Spaß. Kinder im Grundschulalter sind begeisterungsfähig, lernwillig und wertschätzend. Durch das im Leistungssport Gelernte kann ich ihnen viel auf ihren Lebensweg mitgeben.“ Auch sonst hat Lisa Dotzauer dem Sport nicht abgeschworen. „So Schnee liegt, geht es auf den Langläufern durch den heimischen Winterwald. Ohne Druck ist das wunderbar“, meint sie mit einem verschmitzten Lächeln. Sie habe sich vorgenommen, an einigen Volksläufen teilzunehmen, ihre Verbindung mit der vogtländischen Heimat nicht abreißen zu lassen. Aber auch auf dem Rad oder den Skirollern ist sie um die Leipziger Seen unterwegs. Unterwegs ist sie nun auch auf dem Jubiläums-Tippschein: „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Umso erfreuter war ich, neben solch erfolgreichen Athleten wie Björn Kircheisen und Ulrike Gräßler nominiert zu sein. Das ist etwas absolut Besonderes.“

Zur Person: Lisa Dotzauer

Alter: 23 Jahre

Beruf: Studentin Grundschullehramt

Verein: VSC Klingenthal

Größte sportliche Erfolge: 2014/2015: 6. der Deutschlandpokal-Gesamtwertung; Sachsenmeisterin. 2015/2016: 13. der Continentalcup-Gesamtwertung, 2. der Deutschlandpokal-Gesamtwertung, Sachsenmeisterin. 2016/2017: 23. der Continentalcup-Gesamtwertung, 2. der Deutschlandpokal-Gesamtwertung. 2017/ 2018: Siegerin Freistilrennen beim 46. Internationalen Kammlauf

Platzierungen bei der Sportlerumfrage: Siegerin 2015 und 2017, Dritte 2016

Quelle: Freie Presse

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