Ihre Streckenrekorde halten bis heute

ELLEFELD - Auch wenn sie schon etliche Jahre nicht mehr bei einem Wettkampf am Start stand, ist Romy Lindner-Dörfel in der regionalen Laufszene doch irgendwie allgegenwärtig. Jahr für Jahr beißen sich zum Beispiel beim Neujahrsberglauf in Falkenstein, beim Göltzschtalmarathon in Lengenfeld oder beim Aschberglauf in Klingenthal die Starterinnen an ihren Streckenrekorden die Zähne aus. Dass ihre teilweise schon 25 Jahre alten Bestmarken bis heute Bestand haben, ist nur einer von vielen Indizien für die außergewöhnliche Laufbahn der Ellefelderin, die als junges Mädchen einst bei Blau-Weiß Auerbach mit dem Sport begonnen hatte.

Denn als Romy Lindner später für den LAC Chemnitz und für den VfB Lengenfeld startete, ließ sie bundesweit aufhorchen. Dass es sie beizeiten auf die klassische Distanz von 42,195 Kilometern zog, hatte dabei auch mit Neugier zu tun. „Ich habe andere immer wieder von der Faszination Marathon erzählen hören. Es hat mich einfach gereizt, es auch mal zu versuchen“, erzählt die Vogtländerin. Ihr Debüt 1992 in 3:23 h konnte sich nicht nur sehen lassen. Es machte Appetit auf mehr. So fiel erst die Schallmauer von drei Stunden, ehe sie 1995 in Hamburg zur eigenen Überraschung sogar den deutschen Meistertitel gewann.

Das Rennen von damals löst bei Romy Lindner-Dörfel noch heute Emotionen aus. „Das war ein ganz besonderer Moment, der vor allem auch wegen der Vorgeschichte hängen geblieben ist.“ Zur Erklärung: Nachdem sie ein Jahr zuvor in Hamburg zur Hälfte ausgestiegen war, zitterten etwas die Knie. Doch an diesem 30. April lief es einfach, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie gewann in starken 2:37:19 h, hat aber zum Beispiel auch ihren Sieg beim Mitternachtsmarathon in Norwegen noch bestens in Erinnerung.

In den folgenden Jahren wurden ihre Strecken wieder etwas kürzer, aber dafür knackiger. Die Ellefelderin spezialisierte sich auf den Berglauf. „Das Training war nicht ganz so zeitaufwändig wie für den Marathon. Und bei uns gibt es ja eh kaum flache Strecken“, erklärt Romy Lindner-Dörfel. Der Umstieg war ein voller Erfolg. Sie gehörte zu den Top-Läuferinnen und vertrat Deutschland bei Welt- und Europameisterschaften in Malaysia, Italien oder auf Madeira und Reunion. „Berglauf tut auf der einen Seite richtig weh. Aber auf der anderen Seite läuft du durch fantastische Landschaften und genießt am Ende herrliche Ausblicke“, schwärmt sie.

Dem Sport ist Romy Lindner-Dörfel nicht nur als Mitarbeiterin von Intersport Hopfmann in Falkenstein treu geblieben. Nachdem vor zehn Jahren anhaltende Fußprobleme ihre Lauf-Karriere beendeten („es war schwer, plötzlich keine Wettkämpfe mehr zu laufen“), ist sie jetzt drei- bis viermal die Woche mit dem Mountainbike unterwegs. Es ist ein Hobby, das sie mit ihrem Mann Andreas und Sohn Paul teilt.

Neben einer Pokal-Ecke erinnern mehrere dicke Ordner mit Urkunden, Ergebnislisten und Zeitungsartikeln an ihre sportlichen Erfolge. „Es war eine schöne Zeit, die ich nicht missen möchte und zu der für mich auch die Sportgalas zählen.“

Quelle: Freie Presse

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