Ewige Zweite mausert sich zur Meisterin

  • Foto: Olaf Möldner

PLAUEN/LEIPZIG - Sabine Goller galt lange als ewige Zweite. Die Vogtländerin gehörte ein ganzes Jahrzehnt lang zur bundesdeutschen Judospitze. Als die Plauenerin dann genau 20 Jahre nach ihrem ersten Kindertraining Deutsche Meisterin wurde, war eine famose Sportgeschichte in Stein gemeißelt. Zuvor hatte die kleine Sabine zuerst für den PSV Plauen und später per Doppelstartrecht auch für dem JV Ippon Rodewisch 150 Pokale, Medaillen und Ehrungen in den Nachwuchsklassen erobert.

Trainer Jürgen Georgi durfte sich 1999 über den Gewinn der Silbermedaille bei den Deutschen U-20-Meisterschaften freuen. Im Anschluss folgten für Sabine Goller die ersten internationalen Erfolge, danach schaffte die Vogtländerin den Sprung an den Stützpunkt in Leipzig, wo beim Judoclub Leipzig die Bundesliga lockte. „Dort hatte ich aber zunächst einen kleinen Karriereknick. Es hat bestimmt ein Jahr gedauert, bis ich mich durchsetzen konnte“, erinnert sich die heute 38-Jährige.

Ab 2003 hagelte es wieder Erfolge am Fließband, und Sabine Goller sammelte bis zum Jahr 2021 rund 80 Podestplätze, darunter auch viele gute Resultate beim European Cup. So holte sie 2010 in Celje Silber, fünfmal wurde ihr zwischen 2009 und 2011 die Bronzemedaille bei Europacupwettbewerben umgehängt. 2012 gewann sie in Potsdam den Titel der Deutschen Meisterin in der 48-Kilogramm-Klasse. Genau 25-mal bestieg der Publikumsliebling bei großen Wettkämpfen auf nationaler und internationaler Bühne das Podium.

Ihre besondere Beliebtheit verdankte die nur 1,57 Meter große, zierliche Ausnahmeathletin jedoch nicht nur dem Medaillenregen in der Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm. Die legendäre RTL-Sportmoderatorin Ulrike von der Groeben ließ einst am Rande einer Gala zur Ehrung der Vogtlandsportler des Jahres folgenden Satz fallen: „An diese Sabine Goller werde ich mich bestimmt noch lange erinnern. Mit ihrer liebenswert-bescheidenen Art wickelt sie dich um den Finger, und wenn du nicht aufpasst, liegst du rücklings auf der Tatami“, stellte die Ehefrau von Judo-Europameister Alexander von der Groeben fest.

Dass Sabine Goller aber auch ganz anders kann, hat so mancher Autofahrer schon erfahren dürfen. „Ich bin in Leipzig sesshaft geworden, habe in Rackwitz im Leipziger Umland eine Familie gegründet und bin im Berufsleben als Politesse tätig“, erzählt die einstige Leistungssportlerin, die sich vermutlich sogar in diesem Metier den Freundlichkeits-Award verdienen dürfte.

Noch immer sprüht die 38-jährige vor Lebensfreude, die sie übrigens nach wie vor auch mit ihrem ehemaligen Trainer Jürgen Georgi teilt. „Ich habe vielen Menschen viel zu verdanken. Ganz vorne dran steht Jürgen. Und ich möchte den heutigen Beitrag zum Anlass nehmen, um mich bei allen Vogtländern für die schöne Zeit zu bedanken. Es waren wunderbare Jahre, in denen wir auch ganz oft ausgelassen gefeiert haben“, schickt Sabine Goller herzliche Grüße in die Heimat.

Quelle: Freie Presse

Sabine Goller

Alter: 38 Jahre

Beruf: Gemeindliche Vollzugsbedienstete bei der Stadt Leipzig

Vereine: PSV Plauen, JV Ippon Rodewisch, JC Leipzig

Größte sportliche Erfolge: Deutsche Judomeisterin 2012 in der Klasse bis bis 48 Kilogramm, Deutsche Mannschaftsmeisterin mit dem Judoclub Leipzig in den Jahren 2004, 2010, 2012 und 2013, zwölf Jahre Mitglied der Bundesligamannschaft des JC Leipzig

Platzierungen bei der Sportlerumfrage: Siegerin 2012, Zweitplatzierte 2003, 2004, 2007 und 2011, Dritte 2006

Offizieller Medienpartner bei der Wahl der Vogtlandsportler der letzten 25 Jahre

Kandidatenvorstellung Sabine Goller im VogtlandRadio