Rennfahrer führt Doppelehe

Stefan Tennstädt aus Rodewisch ist zweites Jahr in Folge Europameister


Der Motorrad-Europameister in der Classic-Grand-Serie singt ein Loblied auf seine Frau: „Steffi ist seit dem ersten Tag bei den Rennen dabei. Sie kennt mich und steht voll dahinter. Sicher wäre meine Frau nicht böse, wenn ich eines Tages den Helm an den Nagel hänge. Aber wie’s scheint, wird das heute und morgen nicht sein“, sagt Stefan Tennstädt. Der Rodewischer Schlossermeister in fünfter Generation fuhr mit neun Jahren das erste Mal als Zuschauer an den Sachsenring, war mit 14 bereits Mechaniker bei Erich Schulten und Roland Sternkopf.

Mit 18 saß der heute 66-Jährige bei Bergrennen in der Region selber im Rennsattel einer 250er Serienmaschine. Er war 1972 DDR-Junioren Meister, 1982 bis 1984 DDR-Vizemeister und 1985 DDR-Meister. Dann kam nach 18 Jahren Rennsportpause die Einladung zur Fahrerpräsentation anlässlich 75 Jahre Sachsenring. „Ich musste feststellen: Irgendwie hatte etwas gefehlt. Also wurde ich 2008 wieder aktiv.“ In der Deutschen Moto Trophy lief es für ihn gleich gut. „Es hat Spaß gemacht, hin und wieder auf dem Podest zu stehen. Deshalb probierte ich es 2011 auch mit einem Rennen im International Classic Grand Prix. Ich wurde Vierter, im darauffolgenden Rennen in Brands Hatch Erster – seither fahre ich beide Serien.“

Seit 2012 fuhr der Rodewischer in der Grand-Prix-Serie außer 2015 jedes Jahr aufs Podest, 2018 und 2019 sogar auf Platz 1 zum Europameistertitel. Mit fünf Siegen und drei zweiten Plätzen siegte er voriges Jahr besonders souverän. Die Deutsche Moto-Trophy beendete er auf Platz 4. „Der wäre für mich bei der Sportlerwahl ein tolles Resultat“, scherzt Tennstädt.

Quelle: Freie Presse

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