Das Band in die Heimat ist noch sehr eng

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Klingenthal. Er gehört zu den erfolgreichsten Nordischen Kombinierern Deutschlands überhaupt: Björn Kircheisen. Im erzgebirgischen Erlabrunn 1983 geboren, startete er seine sportliche Karriere in seiner Heimatstadt beim WSV Johanngeorgenstadt. Am Bundesstützpunkt in Klingenthal formten ihn seine Trainer zum Weltklassesportler. In der Saison 1999/00 gab Björn Kircheisen als 16-Jähriger sein internationales Debüt im B-Weltcup der Nordischen Kombination, im Februar 2001 folgte das Debüt im Weltcup. Mit Platz 14 gelang ihm auf Anhieb eine Top-20-Platzierung und der Gewinn der ersten Weltcup-Punkte.

Seine aktiv Zeit ging bis 2017, am 25. März 2018 beendete Björn Kircheisen seine Profikarriere. Während seiner aktiven Zeit holte Björn Kircheisen unzählige Medaillen auf nationaler und internationale Ebene. Dazu gehören als größte Erfolge dreimal Silber und einmal Bronze bei Olympischen Spielen, zwölf Medaillen bei Weltmeisterschaften (einmal Gold, achtmal Silber, dreimal Bronze). Hinzu kommen sechs Goldmedaillen bei Juniorenweltmeisterschaften sowie 13 Medaillen bei Deutschen Meisterschaften, darunter vier goldene. Neben den vier olympischen Medaillen sieht Björn Kircheisen den Weltmeistertitel 2017 in Lahti im Team als besonderen Erfolg. Bei diesem Wettbewerb hat er zudem Bronze im Einzel geholt. "Die WM-Medaillen und Weltcupsiege bleiben natürlich in Erinnerung", so Kircheisen.

Der mittlerweile 38-jährige ist heute Ausbilder bei der Bundespolizei an der Sportschule Bad Endorf und Trainer des B-Kaders beim Deutschen Skiverband. Die Coronazeit habe er gut gemeistert, meint Kircheisen: "Der Sport ist ja relativ glimpflich durchgekommen. Wir hatten relativ wenige Einschränkungen und waren trotzdem weltweit unterwegs. Das einzige war, dass wir gefühlt 100 Tests gemacht haben und die Hygienebestimmungen noch strenger als sonst schon üblich waren."

Trotz der Entfernung zur erzgebirgischen Heimat ist Björn Kircheisen nach wie vor Mitglied des WSV Johanngeorgenstadt. "Mit der Heimat verbindet mich sehr viel. Da bin ich groß geworden, da sind meine Wurzeln und dort habe ich das Einmaleins des nordischen Skisports kennengelernt. In der Heimat habe ich bis heute viele Bekannte und Freunde, mit denen ich in Kontakt und im regen Austausch bin", so Kircheisen, der mittlerweile verheiratet ist und Vater von einem Kind. Das Familienglück wird im Oktober noch größer, denn das zweite Kind ist unterwegs.

Bei den Umfragen zu den Sportlern des Jahres im Vogtland ist Björn Kircheisen der ungekrönte König: Sage und schreibe achtmal hat der Ausnahmesportler die Umfrage gewonnen, zudem wurde er dreimal Zweiter und einmal Dritter. Kein anderer Sportler der Region, kommt in den 25 Jahren seit 1996 auch nur annähernd auf eine solche Erfolgsbilanz. Das lässt die Vermutung zu, dass Kircheisen auch bei der Jubiläumsumfrage recht weit vorn landen könnte.

Zur Person: Björn Kircheisen

Alter: 38 Jahre

Beruf: Ausbilder an der Bundespolizeischule Bad Endorf, Trainer beim Deutschen Skiverband

Vereine: WSV Johanngeorgenstadt/ Bundesstützpunkt Klingenthal

Größte sportliche Erfolge: Olmypiasilber im Teamwettbewerb 2002, 2006, 2014, Bronze im Team 2010; Weltmeister mit dem Team 2017; 17 Weltcupsiege im Einzel, fünf mit der Mannschaft

Platzierungen bei der Sportlerumfrage: Umfragesieger 2002, 2003, 2004, 2007, 2008, 2009, 2010 und 2018; Zweiter 2006, 2015 und 2016; Dritter 2011

Quelle: Freie Presse

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