Nur keine leeren Versprechungen

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Plauen. Die Geschichte von Christian Bahmann beginnt eigentlich schon neun Jahre vor seiner Geburt. 1972 eroberte Mama Angelika Bahmann Olympiagold bei den Spielen in München/Augsburg. Die Kanutin aus Plauen legte ihrem Sohn quasi zu seiner Geburt (1981) gleich das Paddel mit in die Wiege.

Mit auf den Weg bekommen hatte Christian auch die bahmannsche Bescheidenheit, die schon bald aus dem Sonnenschein einen erfolgsbesessenen Strahlemann werden ließ. Trotz einiger Rückschläge tauchte er immer wieder auf. Der steinige Weg durch die Stromschnellen machte aus dem jungen Mann ein sportliches Vorbild. Eine ganze Stadt fieberte seinerzeit mit dem bundesdeutschen Canadier Zweier Christian Bahmann/Michael Senft. Am Ende verpasste das Duo 2004 in Athen nur haarscharf die Bronzemedaille. "Wir werden so lange trainieren, bis es mit dem Treppchen klappt. Das sind wir unseren Familien, unseren Sponsoren und all den vielen Freunden und Fans schuldig", kündigten Christian und Michael danach trotzig ihren Durchbruch an. Spätestens jetzt gehörte der junge Mann zu den beliebtesten Vogtland-Sportlern, denn leere Versprechungen gehören nicht zum Vokabular im Hause Bahmann. Dann kam der große Moment. Der Kanuslalomsportler des KSV Bad Kreuznach und sein Partner Michael Senft paddelten grandios zur Goldmedaille. Mit dem Triumph bei den Weltmeisterschaften in Penrith (Australien) schrieb sich Christian Bahmann zugleich auch ins Goldene Buch seiner Heimatstadt ein.

Und was macht der Weltmeister heute? "Ich habe zunächst sechs Jahre den Bundesnachwuchs trainiert. Dann bin ich in die Schweiz gegangen." Die Frage nach dem "Warum?" beantwortet der sonst so freundliche Familienvati und Papa von drei Jungs im Alter von vier, acht und zehn Jahren nicht. Es tut ihm offenkundig weh, wie wenig Wertschätzung der Spitzensport in Deutschland noch erfährt. Das bundesdeutsche Medaillenfiasko von Tokio spricht Bände. Christian Bahmann war übrigens auch in Japan. Als Headcoach Slalom führte der Plauener die kleine Schweiz an. Der Nationaltrainer blickt zurück: "Als wir in Basel das Kanu-Leistungszentrum gründeten, haben wir uns gefreut, dass sich eines unserer Boote für Olympia 2016 in Rio qualifizierte. In Tokio durften wir jetzt bereits mit vier Booten antreten", berichtet Christian Bahmann. Die Schweizer Boote lieferten sogar eine kleine Sensation ab. "Wahnsinn! Unsere vier Boote erreichen alle das Halbfinale", jubelten die Eidgenossen. Mit den Platzierungen 2x13., 16. und 18. stießen die Schweizer erstmals überhaupt ins Mittelfeld der Kanu-Weltelite vor. Noch sind die Deutschen besser. Aber bleibt das so? Christian Bahmann antwortet so: "Ich liebe das Wasser und den Kanusport, genau wie ich als Weltenbummler die internationale Sportfamilie und mein Vogtland liebe. Es freut mich riesig, dass ihr mich zu Hause nicht vergessen habt und ich wünsche allen bei der Sportwahl 2021 viel Erfolg. Danke für eure Nominierung und herzliche Grüße aus Basel nach Plauen!"

Christian Bahmann

Alter: 40 Jahre

Beruf: Kanu-Nationaltrainer der Schweiz

Vereine: Naturfreunde Plauen, KSV Bad Kreuznach

Größte sportliche Erfolge: 4. Platz im Zweier-Canadier bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen, Weltmeister 2005 im Zweier-Canadier bei der WM in Penrith (Australien)

Platzierungen bei der Sportlerumfrage: Sieger in den Jahren 2005 und 2006 

Quelle: Freie Presse

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