Ein Comeback ist nicht ausgeschlossen

PLAUEN - Im Mai hat Malte Striegler die Monoflosse mal wieder für einen Wettkampf aus dem Schrank geholt. Viel Wirbel macht der 27-Jährige nicht darum, doch so viel verrät er: „Die Zeiten waren noch ganz gut.“ So gut, dass Lutz Riemann – viele Jahre Flossenschwimm-Bundestrainer und heute Sportlicher Leiter sowie der Abteilung Finswimming des SC DHfK Leipzig – den Plauener im Spaß schon für die World Games 2021 in den USA ins Gespräch brachte. Die Weltspiele der nichtolympischen Sportarten erlebte Malte Striegler 2017 schon einmal. In Polen holte er mit der deutschen 4-x-100-Meter-Staffel die Bronzemedaille. Es war der Höhepunkt einer Erfolgsgeschichte.

Als Kind feierte Malte Striegler in Plauen zunächst als Schwimmer die ersten Erfolge. Mit 14 Jahren entschied er sich, es mal mit den Flossen am Bein zu probieren. „Auch wenn die öffentliche Aufmerksamkeit für das Flossenschwimmen deutlich geringer ist, habe ich den Schritt nie bereut. Es ist eine supercoole Sportart“, sagt der 27-Jährige. Nach der Anfangszeit beim TC Nemo Plauen, wo Erfolgstrainer Frank Hannich die Grundlagen legte, nahm Strieglers Karriere in Leipzig so richtig Fahrt auf. Dorthin zog es ihn nach dem Abitur aus sportlichen und beruflichen Gründen. Neben dem Studium an der Universität entwickelte er sich unter den Fittichen von Lutz Riemann stetig weiter.

Seinen internationalen Durchbruch erlebte der Plauener schließlich 2015 bei der Weltmeisterschaft in China. Neben Bronze über 100 Meter Flossenschwimmen feierte die deutsche Staffel über die gleiche Distanz damals überraschend den Titel. „Das war extrem emotional, weil wir nicht der Favorit waren. Hinzu kam, dass wir vier auch außerhalb des Beckens enge Freunde waren. Das ist bis heute so geblieben“, erzählt Malte Striegler. Im Anschluss an diese erste, so erfolgreiche WM bestimmte der Plauener gemeinsam mit Vereinskamerad Max Poschart bis 2018 die internationale Spitze mit. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm dabei die Weltmeisterschaft 2018 im Speedapnoe in Italien. Bei der Unterwasservariante des Flossenschwimmens feierte Striegler über 100 Meter seinen ersten Weltmeistertitel im Einzel, gekrönt vom Weltrekord über diese Distanz. „Das hatte mir bis dahin in der Bilanz gefehlt. Die Zeit hat heute noch Bestand“, freut er sich.

Danach verschoben sich für ihn die Prioritäten hin zur beruflichen Entwicklung. Einem Auslandssemester in Tokio folgte ein Praktikum bei einer Investmentbank, die sich auf die Beratung mittelständischer Unternehmen konzentriert. „Sie haben mir im Anschluss direkt einen Job angeboten und ich bin bis heute dort. Parallel bin ich gerade noch dabei, mein Studium abzuschließen“, so Striegler. Für das Flossenschwimmen blieb so nicht mehr viel Zeit. Statt fokussiertem Training treibt der 27-Jährige heute fast jeden Tag nur noch für sich Sport. Aber immerhin so viel, dass ein Comeback 2022 nicht ausgeschlossen scheint. „Ich sage jetzt weder definitiv ja oder nein“, antwortet Malte Striegler auf die konkrete Frage.

Quelle: Freie Presse

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