Mylauer liebäugelt mit Olympia 2022

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MYLAU - Als 1997 das erste Mal nach den Vogtlandsportlern des Jahres gesucht wurde, da war Michael Roth noch nicht einmal auf der Welt. Das ist nicht der einzige Grund, warum es für den Eisschnellläufer vom TSV Vorwärts Mylau und Umfragesieger des Vorjahres etwas ganz Besonderes ist, auf der Liste der Jubiläumswahl zu stehen: „Als Nachwuchssportler habe ich früher zu einigen der jetzigen Konkurrenten aufgeschaut bei der Gala. Dass ich nun selbst zu den Besten aus 25 Jahren gehöre, macht mich wirklich glücklich. Und natürlich ist es etwas ganz Besonderes, gemeinsam mit meiner Schwester nominiert zu sein.“ Denn das haben die Roth-Geschwister Denise und Michael noch nicht erlebt. Als die 32-Jährige regelmäßig auf dem Kandidatenzettel stand, war ihr Bruder zwar auch bei der Gala dabei. Da gehörte er aber noch zu den ausgezeichneten Nachwuchssportlern.

Mittlerweile ist der Student ein Stück weit in die großen Fußstapfen seiner Schwester getreten. In den vergangenen Jahren qualifizierte sich Michael Roth, der seit längerem in Berlin lebt und trainiert, für den Neo-Senioren-Weltcup. In der anstehenden Saison soll es für den Eisschnellläufer nun erstmals mit einem Platz bei den Männern klappen. „Ich kann zwar noch ein Jahr im U-23-Bereich laufen, aber das große Ziel ist der ‚richtige‘ Weltcup. Bisher läuft die Vorbereitung sehr gut, und die ersten Eindrücke zeigen, dass ich gut drauf bin“, erzählt der 22-jährige Mylauer. Vor allem die Zusammenarbeit mit seinem neuen Trainer Alexis Contin, der seit dem Winter für einen Teil der deutschen Eisschnellläufer verantwortlich ist, habe sich gut eingespielt.

Derzeit absolviert der Vogtländer im bayerischen Inzell das zweite Trainingslager auf Eis in diesem Sommer. Im Juli war er gemeinsam mit weiteren Sportler bereits für einige Tage im niederländischen Heerenveen auf den langen Kufen unterwegs. In den Fokus für die neue Saison nimmt Michael Roth wie in der Vergangenheit die 1000 sowie 1500 Meter. „Wobei ich mich schon ein bisschen mehr auf 1500 konzentrieren werde“, sagt er. Wenn in der weiteren Vorbereitung und auch zu Saisonbeginn alles richtig gut laufen sollte, hat der Mylauer noch einen ganz besonderen Traum: die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen im Februar 2022 in Peking. „Ich liebäugle schon ein wenig damit. Aber dafür müsste wirklich alles zu 100 Prozent perfekt laufen“, so Roth, der seine Chancen realistisch einzuschätzen weiß.

Vom weiteren Plan in der Saisonvorbereitung hängt ab, ob Michael Roth zur für den 9. Oktober geplanten Vogtlandsportgala nach Markneukirchen kommen kann. „Ich will es mir eigentlich nicht entgehen lassen, weil es immer eine sehr schöne Veranstaltung ist. Nicht nur aufgrund meines Umfragesieges war es im vergangenen Jahr schade, dass die Gala coronabedingt ausgefallen ist“, sagt der 22-Jährige, der die vielen Wettkampfabsagen eigentlich für mehr Zeit fürs Studium nutzen wollte. Das klappte nicht ganz: „Wir haben schon im Winter die Umfänge im Training mit Blick auf die Olympiasaison deutlich erhöht.“

Quelle: Freie Presse

Michael Roth

Alter: 22 Jahre

Beruf: Sportsoldat und Studium der Betriebswirtschaftslehre an der HTW Berlin

Verein: TSV Vorwärts Mylau

Größte sportliche Erfolge: Platz 3 im Gesamtweltcup der U 23 über 1500 Meter, Platz 3 über 1000 Meter und Platz 2 im Teamsprint beim U-23-Weltcup in Helsinki 2019, Platz 5 über 500 Meter bei der Studentenweltmeisterschaft 2020 in Amsterdam

Platzierungen bei der Sportlerumfrage: Umfragesieger 2020 sowie Platz 2 im Jahr 2019 und Platz 3 im Jahr 2018

Offizieller Medienpartner bei der Wahl der Vogtlandsportler der letzten 25 Jahre

Kandidatenvorstellung Michael Roth im VogtlandRadio