WM- und EM-Starts ragen doppelt heraus

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Treuen. Beim Erzählen hat er das Sprinttempo noch drauf. Wenn sich Tobias Pfennig an seine internationalen Wettkamphöhepunkte erinnert, zählt er auch mit etlichen Jahren Abstand die Namen seiner Staffelkameraden wie aus der Pistole geschossen auf. Ein Zufall ist das beim einstigen Leichtathleten des Treuener LV nicht. "Es war eine sehr schöne und erlebnisreiche Zeit im Spitzensport, in der bei allem Streben nach Topleistungen die Verbindung unter den Athleten durch die gemeinsamen Lehrgänge und Reisen sehr besonders war. Deshalb ist das auch etwas, das neben den WM- und EM-Starts hängengeblieben ist", sagt der 39-Jährige.

Das erklärt auch, weshalb der Sprinter mit Bestzeiten von 10,46 s über 100 m und 21,02 s über 200 m es nicht als Makel sieht, dass ihm der ganz große Durchbruch zum Beispiel mit einem Olympiastart verwehrt blieb. Dabei schien Tobias Pfennig in der Hallensaison 2007, als er im Trikot des LAC Chemnitz den Sprung ins A-Nationalteam schaffte und beim Länderkampf in Schottland startete, auf einem guten Weg, was einen Staffel-Startplatz bei den Spielen in Peking 2008 betrifft.

"Doch es hat nicht sollen sein", sagt Tobias Pfennig, der hin und wieder auch Pech mit Verletzungen hatte. Doch die positiven Erinnerungen überwiegen. Es waren erst Wolfgang Aust und später sein langjähriger Trainer Werner Fuchs, die beim Treuener LV das Talent förderten, das Tobias Pfennig von seinen Eltern in die Wiege gelegt bekam. Mutter Sybille und Vater Jürgen hatten einst der DDR-Nationalmannschaft angehört und ermöglichten ihrem Sohn ein "spielerisches Hineinwachsen in den Sport", wie er heute sagt.

Schon als Jugendlicher startete er dann durch und blieb mit 16 Jahren erstmals über 100 m unter elf Sekunden. Nach Medaillengewinnen bei den Deutschen Meisterschaften und Nominierungen für die EM und WM seiner Altersklasse wurde Tobias Pfennig zum Vogtlandsportler des Jahres 1999 und 2000 gekürt. Das freute ihn nicht nur persönlich. "Es war eine tolle Geschichte, dass ich mit meinen Erfolgen den Namen des Treuener LV in die Leichtathletikwelt hinausgetragen habe. Damit konnte ich allen im Verein und im Umfeld etwas zurückgeben, die mich unterstützt haben", sagt er.

Auch deshalb lässt sich Tobias Pfennig, der mit seiner Frau in Gera wohnt, nach wie vor ab und zu im Treuener Stadion sehen, wenn er daheim seine Eltern besucht. Sein Stadionrekord über 100 Meter hat noch Bestand. Heute ist er zwar langsamer, aber immer noch regelmäßig in Laufschuhen unterwegs. Außerdem hält er sich im Sommer bei Rad- und Wandertouren fit und ist im Winter sowohl auf den Langlaufskiern als auch dem Snowboard aktiv.

Beruflich hat er nach dem Studium, das 2001 der Grund für den Wechsel zu Trainer Peter Dost (später Bernd Schubert) nach Chemnitz war, als Verkaufsleiter eines auf Hochleistungsrechner spezialisierten IT-Unternehmens Karriere gemacht. Mit Parallelen zum Sport: "Auch da braucht es einen gewissen Ehrgeiz und Disziplin, um strukturiert auf ein Ziel hinzuarbeiten."

Zur Person: Tobias Pfennig

Alter: 39 Jahre

Beruf: Verkaufsleiter (IT-Branche)

Vereine: Treuener LV, LAC Erdgas Chemnitz

Größte sportliche Erfolge: Start bei der Junioren-EM 1999 in Riga, Sechster mit der Staffel bei der Junioren-WM 2000 in Santiago de Chile, Start bei der U-23-EM 2001 und 2003; Mitglied der DLV-Nationalmannschaft;

Deutscher U-23-Meister über 200 m 2001, Deutscher Hochschulmeister 2007, fünffacher Süddeutscher Meister, 33-facher Sachsenmeister

Platzierungen bei der Sportlerumfrage: Sieger 1999 und 2000,

Zweiter 2001

Quelle: Freie Presse

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