WM-Titel krönt rasanten Aufschwung

  • Als Deutschland 2018 in den USA Weltmeister wurde, gehörten 16 Cheerleader des CCV Cheermania Auerbach dem Team an. Lohn war die Eintragung ins Goldene Buch der Stadt Auerbach. Foto: David Rötzschke

Auerbach. Dass aus einer verrückten Idee am Ende sogar Weltmeister geboren werden, passiert auch im Sport nicht allzu oft. Genau das geschafft zu haben, können die Cheerleader des in Auerbach ansässigen Vereins Cheermania für sich in Anspruch nehmen. Nicht überraschend, dass die fast 300 Vereinsmitglieder im Alter zwischen drei und 50 Jahren in der vergangenen Zeit auch bei den Umfragen zu den vogtländischen Sportlern des Jahres eine gewichtige Rolle spielten. Und das in einer relativ neuen Sportart, die eine Mischung aus Turnen, Tanz und Akrobatik darstellt. Cheerleading entstand 1898 in den USA, als bei einem Footballspiel die männlichen Ersatzspieler erstmals die Fans mit akrobatischen Elementen zum Anfeuern animierten.

2001 aus einer Art Wette der heutigen Vereinsvorsitzenden Romy Möbius an Bord eines Richtung USA fliegenden Jets entstanden, sind die Cheerleader aus dem Göltzschtal zu einer Institution ihrer Sportart in Sachsen geworden. Anfangs noch als schmückendes Beiwerk und zur Anfeuerung der Rodewischer Volleyballer im Einsatz, bestritten die Pioniere des Cheerleadings im Vogtland 2004 ihren ersten richtigen Wettkampf. Prompt wurden die damals noch als Teufelinos bekannten Akrobaten Sachsenmeister.

Danach ging es mit dem Leistungsniveau stetig bergauf. "An eine derartige Entwicklung hat in der Anfangszeit niemand gedacht. Aber auch nicht an die Menge an Arbeit, die da auf einen zukommt", erinnert sich Romy Möbius. Diese Arbeit wurde mit Erfolgen belohnt, hinter denen das Engagement von Sportlern, rund 30 Übungsleitern und zahllosen Eltern steht.

44-mal holten sich Cheermania-Teams bisher den Sachsenmeistertitel, 19 wurden Deutscher Meister. 23 Sportler des Vereins schafften schon den Sprung ins Nationalteam. Höhepunkt war der Weltmeistertitel der Deutschen Mannschaft 2018 in Florida, bei dem insgesamt 16 Vereinsmitglieder auf der Matte standen. "Für uns zählen nicht nur die sportlichen Erfolge", sagt Romy Möbius. "Auch die soziale Komponente und Auszeichnungen wie die Sterne des Sports, der Inklusionspreis oder eben Nominierungen und Platzierungen bei der Sportlerumfrage sind für uns wichtig."

So bildete der Verein mit den Red Maniacs ein Inklusionsteam, in dem Kinder und Jugendliche mit Einschränkungen und Behinderungen ihrem Hobby nachgehen. Cheermania war der erste Verein in Sachsen, der ein derartiges Team zu einer Meisterschaft schickte. 2017 in Riesa trat es bei der Regionalmeisterschaft an. Im Frühjahr wurde die Arbeit der Auerbacher vom Cheerleading und Cheerperformance Verband Sachsen zusätzlich gewürdigt. Sie bekamen den Status eines Talentstützpunkts zuerkannt, von denen es im Freistaat nur drei gibt.

Natürlich fiebern die Auerbacher Cheerleader, die wieder trainieren, dem ersten Wettbewerb entgegen. "Nachdem voriges Jahr alles ausgefallen ist, stehen Ende des Jahres die Landesmeisterschaften auf dem Programm", so Romy Möbius. "Hoffen wir, dass sie diesmal stattfinden."

Quelle: Freie Presse
 

CVV Cheermania Auerbach

Gegründet: 2001 als Cheerleader des Volleyballvereins Rodewischer Teufel, 2004 Bildung eines eigenständigen Vereins

Größte sportliche Erfolge: 16 Vereinsmitglieder holten 2018 mit der deutschen Nationalmannschaft den Weltmeistertitel, 44 Landesmeistertitel, 19 Titel bei Deutschen Meisterschaften, 23 Mitglieder in der deutschen Nationalmannschaft, 2020 gewann das Auerbacher Inklusionsteam in Wolfsburg die Cheer Trophy, den ersten Wettkampf für derartige Mannschaften in Deutschland

Platzierungen bei der Sportlerumfrage: Sieger 2013 und 2018

Offizieller Medienpartner bei der Wahl der Vogtlandsportler der letzten 25 Jahre

Kandidatenvorstellung CVV CheerMANIA Auerbach e.V. im VogtlandRadio