Schon zwei Jahre in der Warteschleife

  • Die Mannschaft des JV Ippon Rodewisch bei einem Wettkampf 2019 in Crimmitschau - vorn Mitte Hans-Herbert Luderer, Trainer und zugleich Vizepräsident des Vereins. Foto: Ralf Wendland

Rodewisch. Geballte Judo-Power aus dem Vogtland - der JV Ippon Rodewisch hat im Mannschaftssport der Männer viele Jahre in der Bundesliga mitgemischt. Gern erinnert man sich an die Kämpfe in der Göltzschtalhalle, als Vereine wie der 21-fache Deutsche Mannschaftsmeister TSV Abensberg zu Gast waren.

Der JV Ippon gehört zu den erfolgreichsten Judovereinen in Sachsen. 1995 erkämpfte er bei den Deutschen Vereinsmannschaftsmeisterschaften den zweiten Platz, 1996 gelang der Aufstieg in die 1. Bundesliga. Das Rodewischer Team erkämpfte sich dort 2001, 2002 und 2003 die Bronzemedaille. Ein Höhepunkt für die Rodewischer war 2002 die erstmalige Teilnahme am Europapokal in St. Petersburg.

Im Jahr 2012 gab es ganz andere Schlagzeilen: Der JV Ippon zog sich aus der Bundesliga zurück. Es folgte der Gang in die Regionalliga und dann in die Verbandsliga, wo Rodewisch aktuell erfolgreich kämpft. Doch durch Corona steht alles still. Hans-Herbert Luderer, Vizepräsident des Vereins und Trainer, schaut mit gemischten Gefühlen auf die aktuelle Situation: "Es gibt dieses Jahr keine Verbandsliga und keine Landesliga, wie schon 2020 - zwei Jahre kein Wettkampfbetrieb. Wir halten Kontakt zu den Sportlern und sind gerade dabei, die Leute zusammenzutrommeln. Der Plan ist es, ab September verstärkt Wochenendtraining anzubieten und festzulegen, wie wir uns vorbereiten. Wir stehen in den Startlöchern, wenn es wieder losgeht, was wahrscheinlich am 15. März 2022 der Fall sein wird."

Was den eigenen Nachwuchs angeht, habe der Verein sich positiv entwickelt: "Wir haben gute Leute. Die müssen wieder fit werden und Wettkampfniveau erlangen." Kapitän der Mannschaft ist Nico Klimmt. Der 23-Jährige, der in Leipzig auf Lehramt Sport und Gemeinschaftskunde studiert, erinnert sich: "In der Saison 2019 sind wir als Mannschaft geschlossen aufgetreten. Wir wollten uns dann ganz normal auf 2020 vorbereiten, doch dann hat gerade ein Training stattgefunden. Das Vorbereitungsturnier in Crimmitschau haben wir Ende Februar noch bestritten und dort den dritten Platz belegt. Das war der letzte Wettkampf, den wir hatten."

Wie Klimmt sagt, habe man die Mannschaft verstärken wollen, doch dann kam Corona. Nach der langen Pause müsse man sich jetzt wiederfinden und versuchen, wieder das frühere Niveau zu erreichen: "Das wird seine Zeit dauern. Aus der Kalten auf die Matte gehen, würde nicht funktionieren. Da ist die Verletzungsgefahr zu groß. Wenn wir 2022 wieder richtig anfangen, in der Mannschaft wettkampfvorbereitend zu trainieren, wird es sicher spannend. Und es wird auch eine interessante Saison vom Judotechnischen her. Wir hoffen ganz einfach, dass es im kommenden Jahr wieder eine Saison gibt." Der Anspruch der Rodewischer sei immer, vorn mitzumischen. "Mein persönliches Ziel war und ist die 2. Bundesliga, um den Judosport noch etwas professioneller zu betreiben. Aber da gehört eine Mannschaft dazu, der Verein muss es wollen."

Quelle: Freie Presse
 

JV Ippon Rodewisch

Gegründet: 1958 als Sektion Judo der BSG Wismut Rodewisch

Wettkampfklasse der ersten Männermannschaft: Verbandsliga

Sachsen

Größte sportliche Erfolge: 1995 zweiter Platz der Deutschen Vereinsmannschaftsmeisterschaften um den Alfred-Rhode-Pokal, 1996 Aufstieg in die 1. Bundesliga, Bronzemedaille in der 1. Bundesliga 2001, 2002 und 2003, 2002 Teilnahme am Europapokal in St. Petersburg

Platzierungen bei der Sportlerumfrage: Sieger 1997, 1998, 1999 und 2003, Platz 2 2004 und 2006, Platz 3 2002, 2005 und 2009 (wend)

Offizieller Medienpartner bei der Wahl der Vogtlandsportler der letzten 25 Jahre

Kandidatenvorstellung JV IPPON Rodewisch e.V. im VogtlandRadio