Eine Achterbahnfahrt in Schwarz-Gelb

  • Foto: Karsten Repert

Plauen. In den 25 Jahren Sportlerwahl gab es für die Handballer des SV 04 Oberlosa ein reges Auf und Ab. 2004 erlebten die Plauener zum 100. Vereinsgeburtstag den Tiefpunkt eines hausgemachten Niedergangs, nachdem sie zuvor ein ganzes Jahrzehnt zur sächsischen Handballspitze gehörten. Der Verein lebte im allgemeinen Wettrüsten wie viele andere über seine Verhältnisse und musste 2000 die tschechische Achse auswechseln und die Reißleine ziehen. Der Fahrstuhl fuhr aus der Sachsen-Oberliga (4. Liga) runter bis in die Bezirksliga (7. Liga).

Der Weg zurück war beschwerlich. Als Glücksgriff erwies sich die Verpflichtung des ehemaligen Erstligaspielers Jörg Grüner, der ab 2008 als Trainer alles umkrempelte. Er formte talentierte Eigengewächse und ambitionierte Routiniers, die aus höheren Ligen für den Neuaufbau gewonnen wurden, zu einer schlagkräftigen Mannschaft. 2009 stiegen die Plauener in die Verbandsliga auf. Mit Torhüter Carsten Klaus stabilisierte fortan ein wichtiger Eckpfeiler das Teamgefüge. Vereinschef Bernd Märtner und Manager Rico Michel vermuteten seinerzeit: "Allein die Zahl von durchschnittlich 500 Besuchern pro Spiel beweist, dass wir mit unserer Philosophie wahrscheinlich richtig liegen."

Nach drei Podestplätzen in Folge gelang 2013 der Aufstieg in die Sachsenliga. Als Sachsenpokalsieger 2014 empfing der SV 04 in der ersten DHB-Pokalrunde den Bundesligisten HSG Wetzlar mit dem kroatischen Welthandballer Ivano Balic. 2015 gelang der Sprung in die Mitteldeutsche Oberliga, in der sich die Vogtländer von einer grauen Maus zum Staffelfavoriten mauserten. Das größte Abenteuer seiner Vereinsgeschichte erlebt der SV 04 Oberlosa in diesen Tagen. Die Plauener sind im Sommer 2021 sozusagen kampflos in die 3. Liga aufgestiegen, nachdem die Coronapandemie den Handballsport vorübergehend zu Boden zwang.

Mit Max Flämig, Louis Hertel und Philip Trommer-Ernst sowie dem Langzeitverletzten Pascal Wolf gehören immerhin noch vier Vogtländer zum Team. Ebenso an Bord geblieben ist Carsten Klaus, der nun als Manager die Geschicke leitet. Heute denkt keiner mehr an das Jahr 2004, als in den Bezirksliga-Niederungen nur noch 50 Zuschauer zu den Heimspielen kamen. Der Verein gehört inzwischen zu den 120 besten Handballclubs Deutschlands. In der Spielbetriebs GmbH ist Geschäftsführer Lutz Petzoldt dafür an die finanzielle Schmerzgrenze gegangen: "Wir haben nochmal 40.000 Euro draufgepackt und werden nun sehen, was möglich ist."

Dauerbrenner wie Paul Richter und Torsten Wetzel schafften es bereits dreimal auf die Sportgala-Bühne. Auch der Plauener Bundesliga-Handballer Benjamin Meschke (zuletzt HC Erlangen) verfolgt die Sportlerwahl. Der 30-Jährige betont: "Es ist bemerkenswert, welchen Stellenwert die Sportgala im Vogtland hat. Dazu kann man nur allen Sportvereinen gratulieren, die es in die Hall of Fame geschafft haben, egal, welchen Platz sie am Ende belegen. Ich drücke natürlich meinem Club die Daumen."

SV 04 Oberlosa

Vereinsgründung: Die Gründung des Vereins erfolgte 1904. Los ging es mit dem Turnen. Der Handballsport kam im Jahre 1922 hinzu.

Größte sportliche Erfolge: Aufstieg der Männermannschaft 2009 in die Verbandsliga, 2013 in die Sachsenliga, 2015 in die Mitteldeutsche Oberliga und 2021 in die 3. Liga; Sachsenpokalsieger 2014

Platzierungen bei Sportlerumfrage: erste Platz in den Jahren 2010 und 2020, zweiter Platz 2015, dritter Platz 2017

Quelle: Freie Presse

Offizieller Medienpartner bei der Wahl der Vogtlandsportler der letzten 25 Jahre

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