Erfolgsgeschichte elektrisierte Massen

  • Foto: Oliver Orgs

Es dürfte nur wenige deutsche Wasserballer geben, die in ihrer Karriere vor insgesamt mehr Zuschauern gespielt haben als Stephan Roßner. Der 39-Jährige gehörte nicht nur zur Erfolgsmannschaft des SVV Plauen, sondern erlebte schon zuvor in seiner Zeit in Cannstadt sowie Magdeburg jeweils einen besonderen Wasserball-Hype mit. "Ich hätte es mit meinen Wechseln eigentlich nicht besser machen können in meiner Karriere", sagt Roßner im Rückblick. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm vor allem eine Partie: Am 22. April 2015 verfolgten mehr als 750 Zuschauer im restlos ausverkauften Plauener Stadtbad das Heimspiel des SVV gegen Bad Cannstadt. Mit dem 9:6-Erfolg gelang den Vogtländern erstmals der Aufstieg in die A-Gruppe der 1. Bundesliga und damit unter die besten acht Mannschaften Deutschlands.

Es war der Höhepunkt einer Entwicklung, die schon viele Jahre zuvor begann. Als Stephan Roßner 2008 zurück in seine Heimatstadt kam, hatte das ein Jahr zuvor eröffnete Stadtbad für die Wasserballer deutlich bessere Bedingungen geschaffen. Zudem waren Spieler wie Alexander Fritzsch, Alexander Kaminke oder Christian Schneider seit der Jugend gemeinsam im Wasser erfolgreich. 2002 etwa wurde die C-Jugend des SVV überraschend Deutscher Vizemeister. Im Kern blieben die Spieler bis ins Männeralter zusammen. "Es hat nach meiner Rückkehr nach und nach alles perfekt gepasst. Die Mannschaft war eingespielt, und im Umfeld gab es ein paar Verrückte, die das alles sehr unterstützt und gefördert haben", sagt Stephan Roßner. Als 2013 der Aufstieg in die B-Gruppe der 1. Bundesliga im vierten Anlauf endlich gelang und es nur zwei Jahre später sogar ins deutsche Oberhaus ging, war Plauen plötzlich mittendrin im Wasserballzirkus.

Auch wenn der SVV sportlich nicht mit den ganz großen Teams der 1. Liga mithalten konnte, so war der Verein an anderer Stelle ganz vorn dran - bei den Zuschauern. Die Zusatztribüne an der Stirnseite des Stadtbades gehörte schnell zum Inventar. Im Schnitt kamen mehrere hundert Fans zu den Bundesliga-Heimspielen. "Es macht Spaß, vor so einer Kulisse zu spielen. Ich bin lieber hier, als dass ich haushoch vor 20 Leuten gewinne", erklärte zum Beispiel Nationalspieler Marko Stamm vom deutschen Rekordmeister Wasserfreunde Spandau nach einer Partie in Plauen. Die breite Unterstützung hatte die Mannschaft auch der umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit vor allem im sozialen Netzwerk Facebook zu verdanken. Noch heute hat die Seite des Vereins mehr als 4400 Abonnenten.

Großen Anteil an der Erfolgsgeschichte hat auch einer, der selbst meist gar nicht so im Mittelpunkt stehen wollte: Trainer Jörg Neubauer. Neben der Arbeit als Geschäftsführer seiner eigenen Firma, der Familie und seiner Leidenschaft für die Musik stand er fast jeden Tag im Stadtbad am Beckenrand. "Er hat sich immer akribisch vorbereitet und detaillierte Trainingspläne geschrieben. Das war schon der Wahnsinn, was er alles geleistet hat", betont Stephan Roßner.

SVV Plauen

Gegründet: 1912 als Plauener Schwimmverein, zu DDR-Zeiten BSG Motor Plauen, Neugründung als SVV Plauen 1990

Größte sportliche Erfolge: 2013 Aufstieg in die B-Gruppe der 1. Bundesliga, 2015 Aufstieg in die A-Gruppe der 1. Bundesliga, 2019 Platz 5 in der A-Gruppe und Qualifikation für den Europapokal

Platzierungen bei der Sportlerumfrage: Umfragesieger 2013, 2014, 2015 und 2016 sowie dreimal Platz 2 (2017, 2018, 2019) und dreimal Platz 3 (2007, 2010, 2012)

Quelle: Freie Presse

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