Von Pokalsiegen und großen Fußstapfen

PLAUEN - Lange gehörte der VFC Plauen zu den Dauerbrennern der Sportlerwahl im Vogtland. Der Verein spielte einst sogar in der 3. Fußball-Liga Deutschlands. Sie hieß seinerzeit aber noch Regionalliga, wodurch es oft zu Irritationen kommt. Cheftrainer Frank Papritz hatte seine Fußballer 1999 nicht nur zum Sachsenpokalsieg gegen Erzgebirge Aue (4:3 im Elfmeterschießen vor 8000 Fans im Vogtlandstadion) geführt. Der VFC Plauen wurde 1998/ 1999 auch Fünfter in der Endabrechnung. Hinter den Vogtländern drängelten sich in der Tabelle Prominente wie Union Berlin, Carl Zeiss Jena, Rot-Weiß Erfurt, Dynamo Dresden und Sachsen Leipzig.

Nie zuvor und nie danach erlangte der VFC in Deutschland mehr Aufmerksamkeit. Die Spitzenstädter rangierten damals im Quervergleich der drei höchsten Fußball- ligen auf Platz 53 der besten Clubs der Bundesrepublik. Zum Vergleich: In Deutschland wurde 1999 in über 25.000 Vereinen Fußball gespielt. Die Spitzenstädter ließen in jener Epoche in Testspielen sogar Vereine wie Arminia Bielefeld (3:0) und den TSV 1860 München (3:0) alt aussehen. In der ersten Runde des DFB-Pokals wurde Alemannia Aachen (1:0) aus dem Wettbewerb gekickt. Es war der pure Wahnsinn.

Mit dem Abstieg im Jahr 2000 mussten die Vogtländer neu Anlauf nehmen. Ex-Nationaltorwart und Neu-Trainer René Müller übernahm die Mannschaft von Hans-Ulrich Thomale, den man zuvor vergeblich für unglaublich viel Geld als „Retter“ nach Plauen gelockt hatte. Das Geld war weg, Plauen abgestiegen, doch der Neuaufbau glückte. Zwar verabschiedete sich René Müller nach drei Jahren Richtung Erfurt und schaffte dort den Aufstieg in die 2. Bundes- liga. Doch auch in Plauen ging es aufwärts. Der Nachfolgetrainer Tino Vogel eroberte mit seinem Team 2004 den Sachsenpokal. Eine Etage nach oben ging es dann 2008 unter Trainer Herman Andreev. Sieben Spielzeiten bejubelten die Plauener Fans noch einmal Regionalliga-Tore. Das Vogtlandstadion gehörte für Presse, Funk und Fernsehen mit zu den Topadressen des Fußballs in Mitteldeutschland.

Doch mit der Insolvenz (1. Dezember 2014) bezahlte der Verein für die jahrelange Misswirtschaft teuer. Bis heute dauert der Neuanfang. „Aus der Ferne betrachtet, kann man aber erkennen, dass sich der VFC jetzt endlich stabilisiert und neu aufgestellt hat. Das Potenzial in Plauen ist riesig, aber die Fußstapfen sind auch verdammt groß“, sagt Ex-Trainer Tino Vogel, der seit zwölf Jahren für RB Leipzig arbeitet.

Im Rückblick bleibt festzuhalten, dass es der VFC Plauen zwölfmal aufs Podest zur Sportlerwahl schaffte. Fünfmal wurde der Vogtländische Fußballclub Plauen als Mannschaft des Jahres ausgezeichnet. Der aktuelle Präsident Thomas Fritzlar arbeitet mit seinem Team seit zwei Jahren daran, „diese unfassbar glorreiche Historie würdig in Ehren zu halten und gleichzeitig auch irgendwann einmal in die Nähe dieser fantastischen Erfolge zu gelangen.“


Quelle: Freie Presse

Offizieller Medienpartner bei der Wahl der Vogtlandsportler der letzten 25 Jahre